Verein - Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V.

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Am 6. Februar 1993 gründeten Polizeibedienstete aus verschiedenen Bereichen der Polizei Hamburg den Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V. und übernahmen die vom MUSEUM DER ARBEIT auf den Namen „Alfred Wachholz" getaufte Barkasse (ehemaliges leichtes Hafenstreifenboot „Wasserschutzpolizei 27") als Dauerleihgabe.

Das MUSEUM DER ARBEIT ist zwar weiterhin Eigentümer dieses Museumsschiffes, hat jedoch mit dem
Verein einen Dauerleihvertrag geschlossen, der uns verpflichtet, das Schiff auf eigene Kosten zu erhalten und zu betreiben.

Schnell wurde deutlich, dass sich der Verein personell erheblich verstärken musste um die Vereinsziele, insbesondere die Erhaltung des Museumsschiffes durch Instandhaltung und laufende Wartung Darstellung von Arbeitsbedingungen an Bord durch Organisation und Durchführung von Museumsstreifenfahrten zu erreichen. Durch verstärkte Mitgliederwerbung konnte sich der Verein innerhalb des ersten Jahres personell fast verdoppeln, wobei sich die Neumitglieder zunächst weiter aus der Polizei rekrutierten.

Mit freundlicher Unterstützung von Hafenbetrieben gelang es uns zunächst im Travehafen am Terminal Schuppen 80/81 einen Liegeplatz zu erhalten.
Hier konnten wir ungestört an unserem Schiff Sanierungsarbeiten und Reparaturen durchführen. Zum anderen war das Schiff vor Zugriffen Unberechtigter geschützt, weil es hier in einem landseitig umzäunten und bewachten Bereich sowie wasserseitig an einem schwer zugänglichen Ponton lag. Dieser Vorteil wirkte sich in der öffentlichen Wahrnehmung aber eher nachteilig aus, da das Schiff nur bei Museumsfahrten und zunächst wenigen Veranstaltungen im Hafen zu sehen war. Erst ab Sommer 1993 nach Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen in Hamburg sowie seinem Umland wurde der Verein über den Kreis interessierter Polizeibediensteter hinaus bekannter. So ist für unser Museumsschiff die Teilnahme am Hafengeburtstag Hamburg eine Selbstverständlichkeit geworden. In verschiedenen Vereinen und Organisationen, wie Deutsche Polizeigewerkschaft Hamburg und Deutsche Gesellschaft für Polizeigeschichte e.V. Arbeitskreis Wasserschutzpolizei, hat sich der Vereinsvorstand engagiert und somit zur Bekanntheit des Vereins beigetragen.

In den folgenden Jahren agierte der Verein bei Hafenfesten z.B. in Mölln und Lübeck. Er nahm auf Einladung gemeinsam mit dem MUSEUM DER ARBEIT gern an den Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Nord-Ostsee-Kanals in Kiel-Holtenau teil. Dabei konnten wir insbesondere durch den Kontakt mit anderen Betreibern von Museumsschiffen Erfahrungen austauschen und unsere Einnahmesituation verbessern. Ein weiterer wichtiger Aspekt war der Kontakt und die Anwerbung von neuen Mitgliedern, die sich nicht nur aus der Polizei rekrutierten, sondern insbesondere aus dem Bereich der Schifffahrt kamen.

Die nicht unerheblichen Ausgaben für Sanierung und Instandhaltung des Museumsschiffes  bestritten wir durch Einnahmen aus Museumsstreifenfahrten sowie
Vergütungen aus Film- und Fernsehproduktionen. Hierbei wurden wir in Abstimmung mit der Polizeipressestelle als Polizeiboot eingesetzt.. So konnte ein kleines finanzielles Polster für mögliche Reparaturen angespart werden.

Elbe 27 in Kiel


Frühzeitig wurde dem Vereinsvorstand bekannt, dass im Herbst 1995 das Unterelbestreifenboot „Wasserschutzpolizei 3" außer Dienst gestellt und versteigert werden sollte. Der Vorstand konnte sich recht schnell für eine Übernahme dieses Schiffes begeistern.
Hierdurch konnte der Verein mit dem seegehenden Küsten- und Unterelbestreifenbootes neben dem vorhandenen leichten Hafenstreifenboot über eine wertvolle Sammlung der ersten Neubaugeneration von Bootstypen der Wasserschutzpolizei Hamburg nach dem zweiten Weltkrieg verfügen. Es würde nur noch ein schweres Hafenstreifenboot fehlen, um diese Sammlung im Rahmen des geplanten Polizeimuseums Hamburg komplett zu haben.

Gegen deutliche Widerstände aus verschiedenen Bereichen konnte schließlich mit ideeller und finanzieller Unterstützung der Kulturbehörde, insbesondere aber des Polizeivereins, am 1. Juni 1997 das MUSEUM DER ARBEIT die „Wasserschutzpolizei 3" übernehmen. Auch dieses Schiff wurde dem Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V. als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.. Aus den Erfahrungen der Namensgebung unserer Barkasse wurde vom Verein ein Schiffsname bevorzugt, der nicht mit einer Person in Verbindung gebracht wird. So wurde der ursprüngliche Funkrufname „ELBE 1" auch als neuer Schiffsname gewählt.

Schwierig war es zunächst einen gemeinsamen Liegeplatz für beide Schiffe zu finden. Zunächst wurde aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen für anstehende Reparaturen für die „ELBE 1" ein Liegeplatz im Steendieckkanal in Finkenwerder gefunden
. Wenig später bekamen wir einen neuen Liegeplatz im Harburger Binnenhafen. Für die nun einsetzenden Museumsstreifenfahrten waren die Liegeplätze nicht günstig, weil sich die Anfahrten als zeitaufwendig und kostenintensiv erwiesen. Gerade der finanzielle Aspekt wirkte sich für den Verein als belastend aus, da die Rücklagen des Vereins durch die Kosten für Übernahme und Reparaturen der „ELBE 1" aufgebraucht waren. Zusätzlich mussten wir zunehmend verschärften Vorschriften für Rettungsmittel und Sicherheitseinrichtungen in Rahmen der Zulassung als Traditionsschiff gerecht werden.

Zum Glück konnten wir in dieser Zeit unsere Schiffe in der Ausstattung von echten Streifenbooten für Film-Drehtage zur Verfügung stellen. In bekannten Serien, wie Tatort (ARD), Großstadtrevier (ARD), Die Rettungsflieger (ZDF), Doppelter Einsatz (RTL), Der König von St. Pauli und vielen anderen Filmen waren Schiffe und ihre WS-uniformierten Besatzungen zu sehen. Für unsere Vereinsmitglieder waren die Film- und Fernsehproduktionen und die Zusammenarbeit mit bekannten Schauspielern immer wieder interessant. Der Verein konnte die erzielten Einnahmen für die Erhaltung unserer Museumsschiffe einsetzen.


Unsere Einnahmesituation konnten wir ab 1998 aufgrund von regelmäßigen Fahrten mit der „Alfred Wachholz" auch durch Einsatz der „ELBE 1" auf der Unterelbe, häufig bis nach Glückstadt, verbessern. Vorteilhaft war im Frühjahr 2000 auch die Verlegung beider Schiffe an die Pontonanlage Wassertreppe 7 am Roeloffsufer im Travehafen,  was die die An- und Abfahrten zu Veranstaltungen deutlich verkürzte und die Arbeiten an beiden Schiffen vereinfachte.

Nach erfolgreichen Wirken in den Jahren 1999/2000 mit Einsatz der beiden Museumsschiffe an publikumswirksamen Veranstaltungen, wie
        Tage der offenen Tür an Hamburger Wasserschutzpolizeirevieren
        Glückstädter Matjestage
        Jubiläum „100 Jahre Leuchttürme Wittenbergen / Grünendeich
        Betreuungsprogramm für abgeordnete Polizeibeamte aus allen Bundesländern zur EXPO 2000 in Hannover
kam es im
Jahr 2000 zu bedauerlichen Rückschlägen für den Verein. Eine im Sommer  nach der Kollision mit einem unter Wasser treibenden Tampen verursachte eine ½ Jahr dauernde Reparatur der „ELBE 27". Diese wurde noch übertroffen von einem Schadensfall auf der „ELBE 1" im Oktober 2000. Der Wassereintritt nach einem Unterwasserschaden setzte das Schiff langfristig außer Betrieb. So erzielten beide Schiffe über einen längeren Zeitraum keine Einnahmen, verursachten dagegen aber größere Ausgaben. Während die „ELBE 27" zur Saison 2001 wieder in Fahrt kam, konnten wir mit der „ELBE 1" erst ab Juli 2002 nach einer aufwändigen Reparatur und der Zulassung als Traditionsschiff wieder Fahrten anbieten.


In der nachfolgenden Zeit gewann der Verein zahlreiche Mitglieder hinzu. Diese sind mit ihren Fähigkeiten und in verschiedenen Berufen erworbenen Kenntnissen für die Instandhaltung und den Betrieb der Schiffe sehr hilfreich. So liegt die Mitgliederzahl seit 2006 recht konstant bei 70 bis 75 aktiven und passiven Mitgliedern. Mit der Einführung eines wöchentlichen Arbeitstages wurde der Zusammenhalt der aktiven Mitglieder gefördert. So gelang es, notwendige Arbeiten am Rumpf und der Technik der beiden Schiffe teilweise mit eigenem Personal kostengünstig durchzuführen. Auch umfangreiche Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten, wie Überarbeitung von Propellern und Wellen an den Schiffen sowie Austausch des defekten Dieselmotors der „ELBE 27" konnte aufgrund der Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern im Wesentlichen aus dem Etat und den Rücklagen des Vereins bestritten werden. Trotzdem freuen wir uns über die sehr hilfreiche Unterstützung von Sponsoren und Freunden des Vereins.


Zwischenzeitlich musste der Verein seinen Liegeplatz im Travehafen aufgrund eines dort geplanten Terminals am 14.02.2008 räumen und die Schiffe zu dem jetzigen Liegeplatz am Lübecker Ufer im Hansahafen verlegen.

Die Aktivitäten des Vereins in der Saison von Mitte April bis Ende Oktober in Form von Museumsstreifenfahrten werden entsprechend der Zulassung der Schiffe und der jeweiligen Qualifikation der Besatzung durchgeführt. Während sich Fahrten mit der „ELBE 27" auf den Bereich des Hamburger Hafens beschränken, ist das Fahrtgebiet der „ELBE 1" über den Hafen hinaus auf der Unterelbe möglich. Höhepunkt möglicher Fahrten für unsere Besatzungen ist die seit einigen Jahren stets wiederkehrende Teilnahme an der Hanse Sail in Rostock. Solche Veranstaltungen nehmen wir im Rahmen unseres Vereinsziels sehr gerne wahr.

Neben den beiden in unserem Verein vorhandenen Bootstypen verfügt der Verein „Museumshafen Oevelgönne e.V." seit 2007 über das letzte schwere Hafenstreifenboot (ehemals „WS 33"), das als Museumsschiff „Ottenstreuer" die Sammlung von Bootstypen der ersten Nachkriegsgeneration der Wasserschutzpolizei Hamburg vervollständigt.

                                             Museumsbarkasse "OTTENSTREUER"
                                                                              
                                                                                                        Museumsbarkasse "ELBE 27"
                                         Museumsschiff "ELBE 1"

 
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