ELBE 1 - Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V.

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MS „ELBE 1"
ex. „Wasserschutzpolizei 1" (1965 - 1991)
ex. „Wasserschutzpolizei 3" (1991 - 1996)


„Wasserschutzpolizei 1"  (1983)




Wasserschutzpolizei Hamburg auf der Unterelbe


Hamburgs wirtschaftliche Stärke ist schon seit seiner frühesten Geschichte wesentlich vom Hafen abhängig. Seit jeher spielen daher der freie Handelsverkehr und die Zollfreiheit auf der Elbe bis zur Elbmündung und somit der Zugang zu den Weltmeeren für Hamburg eine bedeutende Rolle. Dieses dokumentiert der sogenannte Freibrief, den Kaiser Barbarossa am 7. Mai 1189 der Stadt verliehen hat. Senat und Kaufleute haben stets die verliehenen Privilegien gegen Seeräuber, aber auch gegen konkurrierende Häfen entlang der Niederelbe (Stade, Glückstadt) verteidigt. Bereits im Jahr 1394 eroberte Hamburg zur Sicherung seiner Ansprüche einige Ländereien an der Elbmündung und gründete dort das Amt Ritzebüttel (einschließlich des heutigen Cuxhaven sowie der Inseln Neuwerk und Scharhörn). Spektakulär war um 1400 der Kampf einer Hamburger Kriegsflotte in der Elbmündung gegen die Vitalienbrüder mit ihren Anführern Klaus Störtebeker und Gödeke Michels, die letztlich zur Gefangennahme und Enthauptung von Störtebeker führte.

Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam es 1937 zu einem umfangreichen Gebietstausch im Hamburger Umland mit der Eingemeindung von ehemals preußischen Flächen in die Stadt Hamburg. Die Häfen von Altona und Harburg/Wilhelmsburg vergrößerten den Hamburger Hafen auf seine heutige Fläche. Hamburg musste im Gegenzug Cuxhaven mit umliegenden Ländereien und die Inseln in der Elbmündung  an Preußen abtreten. Gleichzeitig verfügte der Reichs- und preußische Innenminister am 16. Juli 1937, dass die Zuständigkeit über
 die Häfen Groß-Hamburgs
 die Elbe von Lauenburg  bis zur Grenze der Wasserstraßenordnung (Nordsee)
 den Kaiser Wilhelm-Kanal bis Nübbel
 den Hafen Cuxhaven
der Wasserschutzpolizei Hamburg übertragen wird. Auf der Unterelbe war sie durch einen Unterelbe-Streifendienst, eine WS-Station in Brunsbüttel und ab 1938 mit einem Revier in Cuxhaven präsent. Allerdings stand nur ein dampfangetriebener Polizeikreuzer für den Unterelbe-Streifendienst zur Verfügung. Andere Dienstboote der Wasserschutzpolizei waren für dieses Fahrtgebiet ungeeignet.

Während des 2. Weltkrieges wurde der Unterelbe-Streifendienst aufgrund der Abstellung des Personals in besetzte Gebiete eingestellt. Aber bereits  im Mai 1945 richtete die britische Militärregierung diesen Dienst wieder ein. Mit Rückgabe staatlicher Hoheitsbefugnisse an die jeweiligen Landesregierungen im Jahr 1948 verfügte sie die Beibehaltung der seit  1937 bestehenden Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei Hamburg. Ausgenommen davon waren die Reede bei Brunsbüttel und der Kaiser-Wilhelm-Kanal sowie die WSP-Station Brunsbüttel, zusätzlich übernahm Hamburg die Zuständigkeit auf der Oberelbe von Schnackenburg bis Lauenburg. Erst 1953 wurde zwischen Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein  der Staatsvertrag („Elbe-Abkommen") über die polizeiliche Zuständigkeit auf der Elbe auf der Basis bis dahin geltenden Rechts abgeschlossen. Alle Kosten (einschließlich Beschaffung und Betrieb von Einsatzmitteln) für diese Aufgabe wurden zwischen den Ländern Hamburg zu 2/5; Niedersachsen zu 2/5 und Schleswig-Holstein zu 1/5 aufgeteilt.

Als erster Nachkriegsbau der Wasserschutzpolizei Hamburg wurde im Dezember 1953 das Unterelbestreifenboot „Wasserschutzpolizei 15" in Dienst gestellt. Dieses 27 m lange Boot erzielte mit 2 Motoren je 1000 PS eine Geschwindigkeit von 16 Knoten und war für eine Besatzung von max. 8 Personen vorgesehen. Für das Revier Cuxhaven nahm im September 1963 als zweites Küstenstreifenboot die „Wasserschutzpolizei 12" (1991 umbenannt in „Wasserschutzpolizei 4") seinen Dienst auf.

Die Tendenz zu Seeschiffen mit größerem Tiefgang veranlassten Hamburg Anfang der 1960-iger Jahre Planungen für einen Tiefwasserhafen im Wattenmeer aufzunehmen. Mit Niedersachsen einigte sich Hamburg auf einen Gebietstausch von Grundstücken und Hafenbecken in Cuxhaven gegen Flächen im Wattenmeer einschließlich der Inseln Neuwerk und Scharhörn im Oktober 1969. Nach Aufgabe der Ausbaupläne für den Tiefwasserhafen aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht wurde das Wattenmeer mit der bewohnten Insel Neuwerk sowie den unbewohnten Inseln Scharhörn und Nigehörn zum „Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer" und steht seit dem unter Naturschutz. Für polizeiliche Aufgaben in diesem Teil des Staatsgebietes sowie auf der Seeschifffahrtstraße Elbe bis in die Nordsee ist das Revier Cuxhaven der Hamburger Wasserschutzpolizei (WSR 12, später WSR 4) zuständig.




Küsten- und Unterelbestreifenboot „Wasserschutzpolizei 1", ab 1991 „Wasserschutzpolizei 3"


Im Sommer 1964 stellte die Leitung der Wasserschutzpolizei fest, dass die Überwachung des Schiffsverkehrs auf der Unterelbe nicht ausreichend wahrgenommen werden konnte. Der Bau eines weiteren seegehenden Streifenbootes wurde ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Werft Ernst Menzer, Hamburg-Bergedorf, die das preisgünstigste Angebot abgegeben hatte und für den Bau sehr funktionaler Behördenschiffe bekannt war. Die Menzer-Werft hatte in den Jahren 1965 bis 1974 für die Wasserschutzpolizeien der Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein (u.a. „Birknack" „Falshöft", und „Helgoland") und Bremen („Bremen 2") mehrere typengleiche Küstenstreifenboote gebaut, die sich äußerlich nur unwesentlich voneinander unterschieden, aber hinsichtlich ihrer Ausstattung auf das jeweils vorgesehene Einsatzgebiet zugeschnitten waren. So wurden die später gebauten, meist für die Nordsee vorgesehenen Küstenstreifenboote etwas größer und mit leistungsstärkeren Motoren ausgerüstet.


                                        FALSHÖFT                                                                                                 HELGOLAND







 

WS 1 ( HH )

Falshöft ( SH )

Helgoland ( SH )

Bremen 2  ( HB )

Baujahr

1965

1965

1973

1974

Baunummer

439

440

453

454

Länge

32,35 m

32,17 m

34,45 m

34,45 m

Breite

5,40 m

5,40 m

5,60 m

5,20 m

Tiefgang

1,70 m

1,80 m

1,75 m

1,80 m

BRT

113,57

96,21

110

109,55

Motorenhersteller

MWM

MWM

MAN / Deutz

MTU

Motorenleistung
- nach Umbau

2 x 820 PS
2 x 343 KW ( 465 PS )

2 x 900 KW

2 x 1680 PS
2 x 1250 KW

2 x 1950 PS

Geschwindigkeit
- nach Umbau

22 Kn.
16 Kn.

23 Kn.

27 Kn.
26 Kn.

28 Kn.

Stationierung

Hamburg

Kiel

Büsum

Bremen

Fahrtgebiet

Unterelbe / Nordsee

Ostsee

Nordsee

Nordsee

Ausmusterung

Oktober 1996

April 2008

August 2017

Sommer 2006

Verbleib

Museumsschiff "ELBE 1"
Museum der Arbeit. HH

verkauft an Morski Patrol
Stettin / Polen

Oktober 2014 Verkauf an
WSP Niedersachsen (Einsatz gemeinsam mit WSP Bremen), Außerdienststellung Anfang 2017.

2007 an libanesische Marine (Name “Amchit”)
Heimathafen Beirut

Am 20.Juli 1965 wurde das seegehende Streifenboot mit der Baunummer 439 vom Stapel gelassen und von der Gattin des Polizeipräsidenten Dr. Frenzel auf der Namen „Wasserschutzpolizei 1" getauft. Nach einer Bauzeit von 8 Monaten nahm am 9. Dezember 1965 die „WS 1" mit einer max. 9-köpfigen Besatzung seinen Dienst auf. Angetrieben von 2 Motoren je 820 PS (mit Abgaslader) erreichte sie eine Geschwindigkeit von max. 22 kn. und war das schnellste Streifenboot auf der Unterelbe. Für diesen Neubau musste die Stadt Hamburg in den Jahren 1964 und 1965 insgesamt 783.000 DM investierten.


                                4 der vorderen 6 Kojen

                                         Wasserschutzpolizei 1

Als ein Problem im täglichen Dienst stellte sich immer wieder der Antrieb der „WS 1" dar. Bei Streifenfahrten im Unterelberaum fuhr das Boot meist mit nur geringer Geschwindigkeit. Dieses wirkte sich nachteilig auf die Abgaslader der Motoren aus, die sich als  äußerst reparaturanfällig herausstellten. Daher entschloss man sich, die Abgaslader auszubauen und das Schiff mit einer reduzierten Maschinenleistung statt ursprünglich 2 x 820 PS nunmehr mit 2 x 465 PS zu betreiben. Einsatztaktische, personelle und wirtschaftliche Überlegungen führten zur Aufteilung des Einsatzgebietes Unterelbe. Angesichts des reduzierten Einsatzgebietes war eine Geschwindigkeit von 16 kn. statt wie bisher 22 kn. ausreichend. Die Besatzung der „WS 1" bestand jetzt regelmäßig nur noch aus 4 Mann. Während im Abschnitt von St. Margareten (nahe Brunsbüttel) bis zum früheren Feuerschiff „Elbe 1" bzw. zur heutigen Ansteuerungstonne „Elbe" das Wasserschutzpolizeirevier Cuxhaven zuständig wurde, erfolgte die Betreuung der Unterelbe vom Hamburger Hafen bis zur Reviergrenze bei St. Margareten durch den Unterelbe-Streifendienst des Reviers 8 (WSR 8, später WSPK 1). Die Wasserschutzpolizei setzte dafür zwei Streckenboote ein. Von Cuxhaven wurde zunächst die „WS 4" eingesetzt, während die „WS 1" ihren Stützpunkt am WS-Revier Waltershof hatte.

Backbord Hauptmaschine ohne Abgasturbolader

1991 hatten der Senat und die Bürgerschaft entschieden, dass die beiden seegehenden Streifenboote „WS 4" und „WS 1" aufgrund ihres Alters und steigenden Reparaturaufwandes durch Neubauten ersetzt werden müssen. Für das Revier Cuxhaven wurde das erste neue Küstenstreifenboot gebaut und als Flaggschiff neben dem Namen „Bürgermeister Brauer" mit der Kennziffer „WS 1" getauft. Dafür  musste unsere alte „1" ihren Namen hergeben und wurde in „Wasserschutzpolizei 3" umbenannt, da auch der Name „WS 2" für einen weiteren Neubau („Bürgermeister Weichmann") vorgesehen war.


Die neue Nummer 1    "Bürgermeister Brauer"


Nach Indienststellung der neuen „WS 2" („Bürgermeister Weichmann") im Jahr 1995 wurde die „WS 3" nur noch als Reserveboot verwendet, um im Falle eines Werftaufenthalts eines der neuen Boote eingesetzt zu werden. So kam die „WS 3" noch zu Einsatzfahrten auf der Unterelbe und zu einer länger andauernden Verwendung am WSR 4 in Cuxhaven bis sie dann am 1. Oktober 1996 endgültig außer Dienst gestellt wurde.


Technische Daten

Unterelbestreifenboot "WASSERSCHUTZPOLIZEI 1" bzw. "3"



Fahrzeugart:  

Seeberufsgenossenschaft-Sonderfahrzeug

Unterscheidungssignal:

DBJC

Werft

Schiffswerft Ernst Menzer, Hamburg-Bergedorf

Baujahr

1965

Länge

32,35 m

Breite

5,40 m

Tiefgang

1,70 m

BRT

113,57

Maschine

2 MWM  V16 Dieselmotoren

Leistung

2 x 343 KW ( 2 x 465 PS )

Hubraum

55 Ltr.

Geschwindigkeit

16 Koten

Hilfsdiesel

Kompressor, Feuerlöschpumpe, Hydraulikpumpe

Tankinhalt Treibstoff

8000 l. Diesel (Radius 700 Sm)

Tankinhalt Frischwasser

2000 l.

Ausrüstung

Kreisel und Magnetkompass, Radar, Seefunk, Polizeifunk, Schlauchboot mit 25 PS Motor.
2 Hydraulikkräne für Schlauchboot
Kombüse, 2 Toiletten, Waschraum / Dusche.

Fahrtgebiet

Unterelbe, Hoheitsgewässer mit angrenzenden Gebieten der Nordsee (Küstenmeer)

Besatzung

4 Personen

Außerdienststellung

Oktober 1996



Museumschiff „Elbe 1"


Als dem Verein für ehemalige WS-Barkassen e.V. im Herbst 1995 bekannt wurde, dass die  „Wasserschutzpolizei 3" außer Dienst gestellt und versteigert werden sollte, entstand der Wunsch, dieses Schiff mit seiner eleganten und doch zweckmäßigen Form möglichst im Originalzustand als Museumsschiff zu erhalten. Grundlage unserer Bemühungen war das Ziel, das Schiff in das Eigentum des MUSEUM DER ARBEIT zu überführen und es als Dauerleihgabe zu übernehmen. Mit der Museumsbarkasse „Alfred Wachholz" hatten wir bereits unter Beweis gestellt, dass diese Form der Zusammenarbeit  erfolgreich sein kann.

Angesichts der zu erwartenden Kosten für die Erhaltung und den Betrieb dieses Schiffes mussten Behörden und die Verantwortlichen des MUSEUM DER ARBEIT überzeugt werden, dass wir in der Läge wären, dieses maritime Juwel als Museumsschiff zu erhalten. Selbst im Museum waren deutlich Widerstände zu spüren, obwohl das finanzielle Risiko ausschließlich durch unseren Verein zu tragen war. Der Widerstand gegen unser Projekt wirkte sich auch auf die beteiligten Behörden aus und hätte die Übernahme des Schiffes verhindert, wenn uns nicht der Polizeiverein Hamburg e.V., besonders dessen Vorsitzender, Staatsrat Dirk Reimers, unterstützt hätten. In sehr langen und zähen Verhandlungen gelang es ihm, sowohl die zuständigen Behörden zu überzeugen, dass die Erhaltung dieses Küstenstreifenbootes als Museumsschiff nicht nur für die Polizei, sondern auch hinsichtlich der Steigerung der Attraktivität des Hamburger Hafens für den Tourismus ein durchaus lohnendes Ziel sei.

Die finanzielle Abwicklung der Übernahme gestaltete sich ebenfalls sehr schwierig, weil das laufende Versteigerungsverfahren zunächst ein Hindernis darstellte. Ferner mussten die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein entsprechend dem Elbe-Abkommen abgefunden werden. Darüber hinaus wollte die Finanzbehörde nicht auf einen Erlös aus der Übernahme verzichten, obwohl das Schiff auch weiterhin im Eigentum der Stadt blieb und nur von der Innen- in die Kulturbehörde wechselte. So dauerten die überaus langwierigen Verhandlungen zur Übernahme der „WS 3" bis in den Sommer 1997. Der Verein hat die Mittel für die Abfindung der anderen Bundesländer und damit den höchsten finanziellen Anteil an den Gesamtkosten übernehmen müssen. Sehr dankbar sind wir dem Polizeiverein Hamburg e.V. für seinen beachtlichen finanziellen Beitrag sowie der Kulturbehörde für die Übernahme der Restsumme der geforderten Kosten.

In der Zeit von seiner Außerdienststellung am 01.09.1996 bis zum Sommer 1997 lag das Schiff an der Pontonanlage Entenwerder der Landespolizeiverwaltung (LPV 24). Am 1. Juli 1997 konnten wir das Schiff endlich übernehmen und zu seinem vorübergehenden Liegeplatz Steendieckkanal (Finkenwerder) überführen. Mit großem Engagement haben die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder nach der recht langen Liegezeit die Technik des Schiffes überholt und vor allem den optischen Eindruck verbessert. An der Überseebrücke konnten wir am 30. August 1997 unter Anteilnahme vieler Gäste dieses schöne Schiff auf den Namen „Elbe 1" taufen. Als Namen haben wir aufgrund der Erfahrungen mit dem Namen unserer Barkasse den ursprünglichen Polizeifunk-Rufnamen „Elbe 1" gewählt.


Taufe der "ELBE 1"


Aufgrund der verzögerten Übernahme konnten in der Saison 1997 nur wenige Fahrten mit dem neuen Schiff durchgeführt werden. Weitere Arbeiten zur Instandsetzung des Schiffes erfolgten in Teilschritten jeweils im Winterlager der folgenden Jahre. Dazu verlegten wir im Winter 1997 die „Elbe 1" in den Harburger Binnenhafen, wo wir bei Jugend in Arbeit e.V. bzw. der Jöhnk-Werft neben dem Liegeplatz auch notwendige Unterstützung erhielten





Erstmals im Jahr 1998 konnten wir das Schiff bei öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen vorstellen. Der Hafengeburtstag in Verbindung mit einer PR-Aktion der Hamburger Polizei, die Glückstädter Matjeswochen zusammen mit dem Museum der Arbeit und Tage der offenen Tür bei den WSR 1 und  WSPK 2 waren willkommene Anlässe das Schiff zu präsentieren. Bei Verabschiedungen in den Ruhestand des Amtsleiters, Heinz Krappen, und des beliebten Polizeiseelsorgers, Hellmut Tourneau, waren wir für Dienststellen der Polizei beteiligt. Dadurch erzielten wir die nötigen Einnahmen, um Reparaturen durchzuführen, für die wir Werftbetriebe in Anspruch nehmen mussten. Sehr kostenintensiv waren die Beschaffung notwendiger Rettungsmittel für die von uns gewünschte Personenzahl an Bord sowie die Funk- und Signalausstattung nach neuestem internationalem Standard.

Bereits in Jahren 1999 und 2000 konnten wir an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen, die teilweise auch mit einer längeren Anfahrt, wie Cuxhaven und Travemünde, verbunden waren. Besonders interessant war auch eine Reihe von Fahrten für die Polizei Hannover während der EXPO 2000 im Rahmen des Betreuungsprogramms für Polizeibeamte.

Diese erfolgreiche Phase endete jäh am 27.10.2000. Obwohl eine Ultraschall-Untersuchung des Unterwasserschiffes im Winter keine Probleme aufgezeigt hatte, kam es am neuen Liegeplatz Travehafen zu einem Wassereinbruch  im Achterschiff der „Elbe 1". Leider waren dort bereits sanierte Bereiche von dem eindringenden Wasser betroffen und die geleistete Arbeit zunichte gemacht. Alle nun folgenden Arbeitsschritte zur Sanierung des Rumpfes letztendlich bis zum Austausch von Stahlplatten wurden in Abstimmung mit der Zulassungsstelle für Traditionsschiffe, deren Sachverständige sowie der Versicherung durchgeführt. Ziel war es die Zulassung als Traditionsschiff entsprechend der jeweils aktuellen Sicherheitsrichtlinien – auch unter Umweltschutzgesichtspunkten – zu erhalten. Mit Wirkung vom 05.07.2002 haben wir erstmals dieses Sicherheitszeugnis erhalten. Spätestens alle 5 Jahre, mit einer Zwischenbesichtigung in diesem Zeitraum, muss dieses Zeugnis erneut beantragt werden.
Neben jährlichen Inspektionen des Unterwasserbereiches im Dock einer Werft, werden an wöchentlichen Arbeitstagen durch sachkundige Vereinsmitglieder notwendige Arbeiten und Überprüfungen durchgeführt. Ein fast 50 Jahre altes Schiff macht einen recht hohen Unterhaltungsaufwand notwendig. Trotz seines Alters ist die „Elbe 1" nach und nach mit moderner Navigations- und Kommunikationstechnik ausgestattet worden.


So können wir mit der „Elbe 1" Fahrten im Hamburger Hafen und auf der Unterelbe während der Saison von April bis Ende Oktober mit 40 Gästen anbieten. Besondere Anlässe für den Einsatz unseres Museumsschiffs waren immer wieder Film- und Fernsehproduktionen. Häufig ist unser Schiff im Rahmen einer Tagesfahrt mit Gästen in den Häfen Stade oder Glückstadt zu Besuch. Ein besonderer Höhepunkt der Saison ist für die Besatzung die Fahrt nach Rostock zur Hanse-Sail. Teilstrecken dieser Fahrt werden Gästen als Mitfahrgelegenheit angeboten.


                                    Elbe 1 im NOK Richtung Kiel                                                       Elbe 1 in Nystedt (Dänemark)

 
 
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